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Schottenhof Roncaia

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12. Highland Cattle Show 2011

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Die diesjährige Hochlandrinderschau fand nach zweijähriger Absenz wieder in der Vianco Arena in Brunegg statt. Die schottischen Exoten wurden auf Herz und Niere überprüft und es wurde ein weiterer Grundstein für die Zukunft der schweizerischen Zucht gelegt, indem die Tiere von einem schottischen Richter sehr kritisch bewertet wurden.

Was ist es, dass so viele Züchter dazu veranlasst, ihre schönsten Tiere auszuerwählen, sie zu pflegen, zu schamponieren, zu striegeln und ihnen eine Herzensgeduld entgegenzubringen, bis sich die Tiere dem Kommando des Züchters und seinem Strick hingeben und stolzen Schrittes der vertrauten Stimme folgen? Weshalb nur scheuen die Bauern keine Mühe diese Last auf sich zu nehmen? Am Wochenende des astronomischen Frühlingbeginns trafen sich die Züchter der schottischen Hochlandrinder zur 12. Highland Cattle Show in Brunegg. Zu Hauf pilgerten die Bauern mit über 60 Tiere zu der Ausstellung, um die schönsten der Schönen und die bulligsten der Stiere im Ring vom schottischen Experten Iain MacKay richten zu lassen und die besten Tiere zu prämieren. All die überzähligen Stunden des Verdrusses über das störrische Rind und der mühselige, aufopfernde Aufbau des Vertrauens des Tieres sind vergeben und vergessen, wenn das Zotteltier an der Hand genommen wird und sich im Einklang mit den Anweisungen des Führers im Ring bewegt.

Wohl wahr, Züchter eines Hochlandrindes strahlen eine spezielle Freude und einen tiefen Stolz aus, wenn sie die Schleife für das schönste Rind entgegennehmen dürfen und sie für ihre eigene harte und leidenschaftliche Arbeit der Zucht gelobt werden. Wie sonst lässt sich der Siegeszug der Schotten in der Schweiz erklären, wenn nicht durch die unbändige Hingabe und Vernarrtheit der Bauern zu ihrer Arbeit und ihrem Tier? So erstaunt die explosionsartige Verbreitung der einstigen Exoten in der Schweiz nicht weiter.

Vorbei sind die Zeiten, als die Hornträger eine Attraktion des Zirkus Knie waren oder sie zwischen Elefanten, Tiger und Bären im Basler Zoo ausgestellt wurden. 15 Jahre und unzählige misslungene Paarungen zwischen diesen drei ersten Tieren mussten vergehen, bis die Schotten endlich importiert werden konnten. Weitere 15 Jahre sind seither vergangen und die Wachstumszahlen des Bestandes der schottischen Hochlandrinder lässt jegliche aktienkotierte Unternehmung alt aussehen. Innert dieser Zeit haben sie die 10‘000er Grenze überschritten. Dies hat einen direkt positiven Einfluss auf die Zucht in der Schweiz. Verkündeten früher viele Bauern Probleme bei der Auswahl der Blutlinie und der Qualität des Stieres, so konnte im Laufe der Jahre die Qualität der Nachkömmlinge stetig verbessert werden.

Aus diesem Grund wird die alljährlich stattfindende Show von Jahr zu Jahr hochstehender und die steigende Anzahl der Züchter trägt ihren Teil dazu bei, dass die schweizerische Zucht sich dem schottischen Vorbild annähert. Jedoch können noch deutliche Unterschiede in den reinen Schotten der kargen schottischen Hügellandschaft und den hiesigen festgestellt werden. Deshalb achtete der diesjährige Richter bei seiner Platzierung besonders auf die Stellung des Fundamentes der Tiere und gewichtete dies entsprechend. Dies ist insofern wichtig, weil die Siegertiere dieser Show oftmals für die weitere Zucht eingesetzt werden. Stolz auf seine Zucht konnten Ronald Cahenzli aus Siat mit dem zweiten Platz und Lucia Blumenthal aus Rodels mit dem ersten Platz der Kategorie Jungrinder sein. Für die kargen Alpenböden und die Zukunft scheinen die Bauern mit ihrem Nischenprodukt bestens gerüstet zu sein.





  ? Lucia von Blumenthal Zur?ck Seite drucken